Was macht die Belichtungszeit bei meiner Kamera?

Nachdem wir uns angeschaut haben was die Blende bei unserer Kamera macht, ist es nun wichtig zu schauen, welche Auswirkung die Belichtungszeit auf unsere Bilder hat.

Grundsätzlich gilt erst einmal: Je länger die Belichtungszeit, desto heller wird das Bild. Das klingt erst einmal ganz einfach. Das Ganze liegt daran, dass die Belichtungszeit bestimmt, wie lange der Chip unserer Kamera (früher der Film) belichtet wird. Dieses ist relevant für die Helligkeit beim Bild. Leider hat die Belichtungszeit auch andere Effekte, weswegen wir nicht einfach bei dunklen Lichtverhältnissen die Belichtungszeit hoch setzen können. Diese Effekte sollten wir generell als negativ einstufen, damit wir daran denken sie zu verhindern. Mit zunehmender Erfahrung im Feld der Fotografie, werden wir aber lernen negative Effekte zu nutzen, um besonders coole individuelle Bilder aufzunehmen. Soll nicht heißen, dass ich schon an diesem Punkt bin. Das möchte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich festhalten.

Für uns ist negativ, dass die Belichtungszeit leider auch einen direkten Einfluss auf die Gesamtschärfe des Bildes nimmt. Bedeutet wir müssen besonders aufpassen, wenn wir ohne ein Stativ fotografieren. Fotografieren wir aus der Hand oder machen einen schnellen Schnappschuss und die Belichtungszeit ist zu hoch eingestellt, verwackelt das Bild. Es wirkt also generell unscharf. Besonders tückisch sind hier geringe Unschärfen im Bild, die auf den kleinen Vorschaudisplay der Spiegelreflexkameras nicht sichtbar sind. Also sollte man hier aufpassen und bei den Aufnahmen die Ansicht auf jeden Fall vergrößern um Details im Bild auf Schärfe zu untersuchen.

Schärfe im Bild ist ist eine Eigenschaft, die können wir nachher via Photoshop oder Lightroom nur sehr geringfügig korrigieren. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Beispiele für Belichtungszeiten:

Generelle Ausgangslage – Mein Fotostudio bei der Arbeit

Wir fotografieren mit einem Stativ bei einer Blende von 22 (f22) und einen ISO-Wert 100. Das Objekt wird mit 2 Tageslichtlampen beleuchtet.

Belichtungszeit: 1 Sekunden
Belichtungszeit: 0,6 Sekunden
Belichtungszeit: 1/4 Sekunden
Belichtungszeit: 1/10 Sekunden
Belichtungszeit: 1/50 Sekunden

Jetzt fotografieren ohne ein Stativ bei gleicher Blende von 22 (f22) und gleichen ISO-Wert 100. Das Objekt wird weiterhin mit 2 Tageslichtlampen beleuchtet.

Belichtungszeit 1/4 Sekunde ohne Stativ
Belichtungszeit 1/10 Sekunde ohne Stativ
  1. Kann man glaube ich sehr gut erkennen, welchen Einfluss die Belichtungszeit auf die Helligkeit des Bildes nimmt.
  2. Sieht man, wie schnell das Bild verwackelt, wenn man aus der Hand fotografiert und ich habe versucht meine Hand sehr ruhig zu halten. Was bei einer Schnappschusssituation noch schwieriger ist, als in einem Fotostudio.
  3. Man beachte auch, das Objekt, welches ich fotografiert habe, stand still!

Der geneigte Leser, welcher aufgepasst hat, wird sich zurecht die Frage stellen, wie dunkel das Bild wird, wenn er versucht ein bewegtes Objekt zu fotografieren? Bei diesen Einstellungen wird das Bild sehr wahrscheinlich viel zu dunkel, soviel kann ich verraten. Aber wir sind noch lange nicht am Ende der Möglichkeiten, zudem habe ich mit einer 22 Blende (f22) fotografiert. In meinem ersten Artikel haben wir gelernt, dass eine 22 Blende eher ein dunkles Bild macht.

Orientierungshilfe für die Belichtungszeit:

Belichtungszeit-Zeitachse