Was mache ich mit meinem Diesel?

Was mache ich mit meinem Diesel?!

Fühle ich mich ein wenig verarscht? Definitiv: JA. Dennoch sollte man die ganze Diskussion auch ein wenig differenzierter betrachten. Schließlich stoßen 15 große Container- oder Kreuzfahrtschiffe mehr giftige Abgase aus, als alle 760 Millionen Diesel-PKWs zusammen. Bitte einen längeren Moment darüber nachdenken. 15 zu 760 Millionen! So und jetzt noch bitte vor Augen führen, dass ca. 40.000 große Seeschiffe im Einsatz sind. Doch was mache ich mit meinem Diesel?

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Betrug auf ganzer Linie!

Natürlich soll es nicht bagatellisieren, was keine Bagatelle ist. Jahrelang wurden Abgasuntersuchungen gebogen und betrogen. Und wenn man ehrlich ist, bezieht sich das auf alle Angaben der Autoindustrie. Mit Ignoranz auf dem hohen Ross hat man wahrscheinlich in den Chefetagen selber angefangen, die Lügen zu glauben. Aber auch wir Verbraucher sind mehr oder minder Schuld. Schließlich haben wir auch in Teilen geglaubt, dass die  Diesel-Technologie sauberer und sauberer wird.

Dabei sollte eigentlich einleuchten, dass zunehmende Leistung, mehr Komfort und mehr Ausstattung nicht zu deutlich weniger Verbrauch führen kann! Was wiederum die Abgase auch nicht in dem Maße nach unten treiben kann. Dennoch sind anscheinend Technologien da, um Abgaswerte von Diesel-Kraftfahrzeugen deutlich nach unten zu treiben. LKWs besitzen schon lange die AdBlue Technologie, welche den Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 90% senken kann. Bei modernen PKWs (Neuwagen) scheint die Technologie auch endlich Einzug zu halten. Allerdings kann man sich nicht dem Eindruck erwehren, dass die Autoindustrie diese Zusatzkosten von Hardware so lange aufgeschoben hat, wie es nur ging.

Was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis, dass man die Abgasrichtlinien und Normen (Euro 4 bis 6), welche schon lange festgelegt worden sind, einfach ignoriert hat. Dabei sei noch erwähnt, dass die Autolobby es geschafft ha,t die Werte deutlich nach oben zu „korrigieren“. Sonst wären die mehrfachen Überschreitungen noch deutlich höher!

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Diesel ist deutlich günstiger als Benzin

Was mache ich mit meinem Diesel?

Doch kommen wir zum eigentlichen Kern meines Artikels, in dem ich mir Einerseits den Frust von der Seele schreibe und Andererseits auf eure Meinung gespannt bin. Was mache ich jetzt mit meinem Diesel? Was macht Ihr mit eurem Diesel? Ich bin Pendler und fahre jeden Tag 125 km zur Arbeit hin und zurück. Natürlich habe ich mir aus Kostengründen einen Diesel gekauft. Die Ersparnis im Vergleich zu einem Benziner ist enorm und bislang habe ich mir um Abgaswerte keinen Kopf gemacht. Schließlich gibt es die Euronormen und die einzigen Berührungspunkte waren die Umweltzonen. Deswegen habe ich auch gedacht mit einer grünen Plakette und einem EURO 5 PKW nichts falsch machen zu können. Scheinbar habe ich mich hier geirrt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wahrscheinlich viele Ballungsräume in Europa nicht mehr anfahren darf.

Wer hat gepennt?

Wer hat jetzt versagt? Nur die gierigen Automobilhersteller? Ich denke nein. Nicht nur. Auch die Kontrollinstanz hat versagt. In dem Fall die Politik. Wenn Regeln gemacht werden, dann muss man auch dafür sorgen, dass sie durchgesetzt und eingehalten werden. Ist natürlich schwierig, wenn die Grenzen zwischen Politik, der Lobby und den Autobossen nicht klar sind. Oder besser gesagt, überhaupt nicht ersichtlich sind. Wieder mal ein Plädoyer für eine lange Karenzzeit für Wechsel aus Politik Richtung Wirtschaft und umgekehrt.

Jetzt da wir (Diesel-)Autofahrer feststellen, dass wir betrogen wurden, ist es leider absehbar, dass wir auf den Kosten sitzen bleiben. Von einer Prämie ist die Rede. Wann? Natürlich wenn wir das Auto wechseln. Wen will man hier eigentlich verarschen? Ich soll wieder Geld in die Hand nehmen, um wieder einen „dreckigen“ Diesel zu kaufen, der jetzt zwar sauberer ist, aber wahrscheinlich in 5 Jahren wieder nicht sauber genug sein wird? Wie kommt man auf diese Idee? Das einzig Konsequente wäre eine Umstiegsprämie auf ein Elektroauto. Aber dann bitte auch eine, die es in sich hat. Kompensation für Wertverlust, Schaden und Ärger den man hat. Warum hält die Politik an etwas fest, was nicht mehr zu retten ist? Der Diesel ist tot, das haben wir, Politik und Industrie selbst verschuldet. Die öffentliche Meinung in dem Thema wird sich nicht mehr drehen lassen, obwohl wir hier im Vergleich zu anderen Umweltsündern über Peanuts reden.

Heutiges Elektromobilitätskonzept ist Quatsch in meinen Augen!

Jedoch ist Elektromobilität mit Akku-Batterien völliger Quatsch in meinen Augen. Wir brauchen hier etwas anderes. Jedoch ähnlich wie beim Diesel, ist hier auch die Schraube soweit gedreht, dass wir diesen Quatsch durchziehen werden und richtig gute Alternativen, wie eine Brennstoffzelle weiter nur stiefmütterlich fördern. Ich will eigentlich Kompensation in Form von Hardware-Nachrüstung (sofern möglich) von der Industrie. Politik muss dieses durchsetzen! Leise Hoffnung, dass dies passiert habe ich noch (lach), weswegen im Moment die Tendenz vorherrscht meinen Diesel zu behalten und erst einmal weiter zu fahren. Nein mal im Ernst, ich habe momentan keine Lust das Geld in die Hand zu nehmen, um mein Auto zu wechseln. Ein Benziner kommt eh nicht in Frage und einen weiteren Diesel möchte ich nicht. Was macht ihr?