Digitalfotografie – Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?

Bei der Fotografie gibt es sehr viele Sachverhalte zu beachten. Einer davon ist die Verwendung der richtigen Speicherkarte. Dabei spielt die Größe eine wichtige Rolle, aber der wichtigste Parameter ist die Schnelligkeit. Im Endeffekt die Schreibgeschwindigkeit, um noch genauer zu werden. Also gilt es folgende Frage zu beantworten: Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?

Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?

Wie so oft gibt es auch in diesem Fall kein Richtig oder Falsch. Aber sie lässt sich dennoch gut beantworten. Meine Antwort: Die Speicherkarte sollte so schnell sein, dass sie die Digitalkamera nicht ausbremst! Eine langsame Speicherkarte kann die Kamera ausbremsen in dem sie zu lange braucht um ein Bild zu speichern. Dadurch verzögert sich die nächste Aufnahme, obwohl die Kamera eigentlich schon in der Lage dazu wäre. Im schlimmsten Fall verpasst man dadurch einen guten Augenblick und ärgert sich verständlicherweise. Wenn man Zeit hat und einem das Motiv nicht wegläuft, oder der Augenblick in einer anderen Form wiederkommt, ist das alles halb so schlimm. Aber bei der Sportfotografie zum Beispiel kann dies damit enden, dass man überhaupt kein gutes Bild bekommt.

Wir müssen also im ersten Schritt wissen, wie schnell unsere Kamera ist. Genauer gesagt, wieviele Bilder pro Sekunde sie aufnehmen kann. Achtung, hier sollte auch darauf geachtet werden, ob es einen unterschiedlichen Anspruch für das RAW-Format gibt. Für meinen Test benutze ich meine Sony Alpha 58 und meine Canon 700D.

Folgende Angaben gibt Sony für die Alpha 58:

  • Serienbildaufnahme (Kamera nimmt automatisch im JPEG-Format auf):
    8 Bilder pro Sekunde
  • Verschlusszeit-Priorität:
    16 Bilder in Folge bei max-JPEG-Format
    6 Bilder in Folge bei RAW-Format

Folgende Angaben gibt Canon für die 700D:

  • Die Angaben sind deutlich ungenauer als bei der Sony Kamera. Es heißt nur, dass die Kamera ihre Geschwindigkeit für 22 Aufnahmen im JPEG-Format und 6 Aufnahmen im RAW-Format hält.

Folgende Speicherkarten habe ich getestet:

Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?
Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?

Von links nach rechts:

  • Kingston SDHC Class 4, ca.: 10.,- €
  • Intenso SD Class 10, ca. 6,- €
  • ScanDisk Extreme Pro 32GB UHS-I, ca: 23,- €
  • ScanDisk Extreme Pro 32 GB UHS-II, ca. 70,- €

Die Ergebnisse für meine Sony Alpha 58:

  • Kingston SDHC Class 4,
    schafft im Serienbildmodus 8 Bilder die Sekunde und 12 Bilder insgesamt, bis sie aufhört zu schießen. Danach braucht die Kamera ca. 8 Sekunden um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Sony 4 Bilder ohne Verzögerung. Danach stockt sie einen Augenblick und schießt das 5. Bild. Eine halbe Sekunde später wird das 6. Bild geschossen. Danach ist Schluss und die Kamera braucht dann ca. 27 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • Intenso SD Class 10,
    schafft im Serienbildmodus 8 Bilder die Sekunde und 15 Bilder insgesamt, bis sie aufhört zu schießen. Danach braucht die Kamera ca. 3,5 bis 4 Sekunden, um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Sony 6 Bilder ohne Verzögerung. Danach ist Schluss und die Kamera braucht dann ca. 10 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • ScanDisk Extreme Pro 32GB UHS-I,
    schafft im Serienbildmodus 8 Bilder die Sekunde und 28 Bilder  in ca. 4 Sekunden insgesamt, bis sie aufhört zu schießen. Danach braucht die Kamera ca.2,5 Sekunden um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Sony 6 Bilder ohne Verzögerung. Danach setzt eine 1 sekündliche Verzögerung zum nächsten Bild ein. Nach 20 Bilder habe ich aufgehört.  Die Kamera braucht dann ca. 6,5 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • ScanDisk Extreme Pro 32 GB UHS-II,
    schafft im Serienbildmodus ca. 9 – 10 Bilder die Sekunde und 80 Bilder insgesamt, bis sie kurz aufhört zu schießen. Danach braucht die Kamera ca. 1 – 2 Sekunden um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Sony 6 Bilder ohne Verzögerung. Danach setzt eine 1 sekündliche Verzögerung zum nächsten Bild ein. Nach 20 Bilder habe ich aufgehört.  Die Kamera braucht dann ca. 5,5 – 6 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.

Die Ergebnisse für meine Canon Alpha 700D:

  • Kingston SDHC Class 4,
    schafft im Sport-JPEG Modus 12 Bilder in ca. 3,5 Sekunden, bis die Kamera ins Stocken kommt. Danach braucht die Kamera ca. 18 Sekunden, um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Canon 4 Bilder ohne Verzögerung. Danach stockt sie einen Augenblick und schießt nochmal 2 Bilder. Danach ist Schluss und die Kamera braucht dann ca. 32 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • Intenso SD Class 10,
    schafft im Sport-JPEG Modus 14 – 16 (unterschiedliche Ergebnisse im Durchlauf) Bilder in ca. 3,5 Sekunden, bis die Kamera ins Stocken kommt. Danach braucht die Kamera ca. 8 Sekunden, um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Canon 5 Bilder ohne Verzögerung. Danach stockt sie einen Augenblick und schießt nochmal 2 Bilder. Danach ist Schluss und die Kamera braucht dann ca. 12,5 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • ScanDisk Extreme Pro 32GB UHS-I,
    schafft im Sport-JPEG Modus 59 Bilder in ca. 13 Sekunden, bis die Kamera ins Stocken kommt. Danach braucht die Kamera ca. 5 Sekunden um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Canon 8 Bilder ohne Verzögerung. Danach ist ca. 1 Bild pro Sekunde drin und die Kamera braucht dann ca. 4 – 5 Sekunden, um wieder vollkommen bereit zu sein.
  • ScanDisk Extreme Pro 32 GB UHS-II,
    schafft im Sport-JPEG Modus 60 Bilder in ca. 13 Sekunden, bis die Kamera ins Stocken kommt. Danach braucht die Kamera ca. 2 Sekunden, um die Bilder abzuspeichern.
    Im RAW-Format schafft die Canon 12 Bilder ohne Verzögerung. Danach sind ca. 2 Bild pro Sekunde drin und die Kamera braucht dann ca. 1 Sekunde, um wieder vollkommen bereit zu sein.

Lohnt eine schnellere Speicherkarte?

Lohnt eine schnellere Speicherkarte?

Die Ergebnisse können eigentlich nicht klarer sein. Nur eine schnelle Speicherkarte holt das volle Potential aus der Kamera. Aber fast noch wichtiger, stellt es auch wieder schnell zur Verfügung. Ein kurzer Speichervorgang führt dazu, dass die Kamera wieder schnell bereit ist und der Fotograf die nächste Serienaufnahme durchführen kann. Wir können also festhalten, dass eine langsame Kamera schon beim Fotografieren selbst den Fotografen einschränkt.
Man bedenke noch, dass ich keine Profi-Vollformat-Kameras im Test benutzt habe. Diese müssen größere Datenmenge in kurzer Zeit speichern. Also ist hier eine schnelle Speicherkarte noch wichtiger. Es macht also keinen Sinn für die Kamera und das Objektiv hohe Summen auszugeben, um dann eine Speicherkarte für ca. 6,- € zu benutzen.

Bei Videoaufnahmen?

Bricht die Videoaufnahme nach einiger Zeit ab? Dann kann das daran liegen, dass die Speicherkarte zu langsam ist und die Kamera deswegen die Aufnahme stoppt, damit der Film ohne Fehler abgespeichert werden kann. 4k Aufnahmen sind natürlich auch viel Daten hungriger als HD-Aufnahmen. Diese Daten müssen sehr schnell den Weg auf die Speicherkarte finden. Das geht nur mit einer sehr schnellen Speicherkarte. Für 4k muss es die ScanDisk Extreme Pro 32 GB UHS-II sein, oder natürlich eine anderen UHS-II Speicherkarte.

Fazit – Wie schnell sollte die Speicherkarte (SD-Karte) sein?

Mein persönliches Fazit ist, dass ich meine low-Budget Karten aussortiere und für mich erstmal UHS-I Karten als Mindeststandard setze. Low-Budget-Karten behindern das Potential einer DSLR-Kamera in massiver Art und Weise. Deswegen mein Tipp: Lieber eine etwas zu schnelle Speicherkarte, als die technischen Spezifikationen der Kamera suggeriert zu brauchen.

 

 

 

 

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